Ich betreibe seit einer Weile ein Homelab. Nicht als reines Hobby-Spielzeug, sondern bewusst auch als Übungsfeld: Dinge, die im Berufsalltag oft keine Zeit oder keinen Raum haben, kann ich hier in Ruhe wirklich verstehen lernen, statt sie nur einmal laufen zu lassen und zu vergessen. GitOps statt Klicki-Bunti, Ansible statt Copy-Paste-SSH-Sessions über zwölf Hosts, Automatisierung, die man auch in einem Jahr noch nachvollziehen kann, statt “lief mal, keine Ahnung mehr wieso”.
Konkret angefangen hat es mit einem eher unspektakulären Abend: Ich sass an einem Problem, das sich erst nach Stunden als ein einziger, gut dokumentierter Bug in einer Config-Grouping-Logik entpuppte. Der Weg dahin war voller kleiner Erkenntnisse, die es wert gewesen wären, festgehalten zu werden - stattdessen landeten sie wie so oft nur in meinen eigenen, unaufgeräumten Notizen, die ich selbst kaum je wieder anschaue. Genau da wurde mir klar: Ich sammle ständig Wissen an, das komplett unsichtbar bleibt - für andere, aber ehrlicherweise auch für mich selbst in sechs Monaten.
Dazu kommt ein zweiter, pragmatischerer Grund: Ich will Dinge lernen, die sich auch beruflich auszahlen. Ansible, sauberes GitOps, Container-Update-Automatisierung mit echtem Verständnis statt Bauchgefühl - das sind alles Themen, die in Stellenausschreibungen auftauchen, die mich interessieren würden. Ein Homelab ist dafür ein guter Ort zum Üben, weil Fehler hier nichts kosten ausser Zeit. Aber üben allein reicht nicht, wenn niemand sieht, dass ich es kann. Öffentlich zu schreiben ist mein Weg, aus reinem Basteln auch sichtbare, vorzeigbare Erfahrung zu machen.
Warum dann nicht nur ein Homelab-Blog?
Der Name “homelabbin” könnte vermuten lassen, dass es hier nur um Server und Container geht. Das ist bewusst nicht die ganze Wahrheit. In meinem Job arbeite ich mit Datenbanken, ERP-Systemen, Scripts und Schnittstellen - ein Alltag, der selten öffentlich sichtbar wird, obwohl da mindestens genauso viel Interessantes und Lehrreiches passiert wie im Homelab. Ich habe eine Weile gezögert, ob ich mich mit dem Namen zu sehr auf ein Thema festlege. Am Ende habe ich mich entschieden, den Namen als Aufhänger zu sehen, nicht als Einschränkung. Deshalb gibt es hier drei grobe Rubriken - Infrastruktur, Daten & Business, und ein Journal für alles, was dazwischen liegt oder einfach nur ein Zwischenstand ist - und Tags als eigentliche Feinsteuerung, falls dich nur ein Teilbereich interessiert.
Ich habe keinen festen Redaktionsplan und verspreche auch keine bestimmte Veröffentlichungsfrequenz. Es wird Phasen geben, in denen viel passiert, und solche, in denen wochenlang nichts Neues dazukommt. Das ist okay - der Massstab ist nicht Konstanz um der Konstanz willen, sondern dass das, was hier steht, auch wirklich etwas wert ist, das ich selbst gerne gelesen hätte.
Mal schauen, was daraus wird.